Wie kann mein Aufenthalt im Studio möglichst effektiv und erfolgreich sein?

In diesem Artikel geht es nicht um den Erfolg der eigenen Musikstücke oder der Band selbst. Wir geben aber ein paar Tips, damit das Resultat Eurer Aufnahme so gut wie möglich wird und unnötige Kosten gespart werden können.
Anmerkung: Eine Aufnahme im Tonstudio wird Euch als Band stärken und ist eine Erfahrung in Richtung Professionalität. Schwächen und Stärken werden wahrgenommen, da man einmal richtig hinhört. Jede,r kommt an die eigenen Grenzen des Könnens. Daher ist dies nicht der Moment, wo Ihr noch Grundsatzfragen klären solltet, sondern klärt diese so gut wie möglich im Vorfeld. Unterstützt Euch gegenseitig, habt Spaß und genießt die Zeit.
Tips fürs Proben:
- nehmt Euch regelmäßig mal auf (zur Not auch mit dem Handy) und hört Euch die wichtigsten Stücke einmal zusammen an; das bringt Euch die notwendige Objektivität als auch Distanz; achtet bewusst auch auf die anderen Instrumente und kultiviert eine konstruktive Kritik
- Hört Euch mal durch Kopfhörer, Details (Schwächen, Stärken) werden sich Euch offenbaren
; zudem schützt Ihr Eure Ohren und vermeidet unnötige Lautstärkepegel; Euer Sänger / Eure Sängerin wird sich besonders freuen; einfache Signalsplitter / Kopfhörerverstärker machen dies möglich.
Übrigens ist dies auch eine gute Übung für Live-Auftritte, wenn Ihr bewusst selektiert, was Ihr auf den Kopfhörern hören möchtet - dämpft Euren Proberaum so gut es geht und probt nicht immer mit voller Lautstärke (es geht bei der Vorbereitung nicht um den Flow, sondern um bewusstes Zuhören)
- übt mit Click, wenn Ihr auch mit Click die Aufnahmen machen möchtet
Vorbereitung für die Aufnahme im Studio:
- tauscht Euch aus über das Ziel und Zweck Eurer Aufnahme
- kommuniziert mit dem Tontechniker/-ingenieur die zu vermittelnden Inhalte als auch Texte; ein gemeinsames Verständnis entwickeln
- werden die Songs im Studio zum Teil erst produziert oder geht es nur um die reine Aufnahme?
- welche Songs und bpm (gibt es in den Songs Geschwindigkeitänderungen?)
- entscheidet Euch für eine Aufnahmetechnik, da gibt es viele Möglichkeiten, zu denen Euch der/die Tontechniker,in beraten kann
- welches Instrument soll beginnen? gibt es einen sog. Guidetrack, der als Basis genommen wird?
- benötigt Ihr einen Click im Ohr?
- kann ein Instrument vorproduziert werden und die Aufnahme im Studio nicht notwendig ist? (empfiehlt sich, wenn Ihr über genügend Erfahrungen verfügt)
- gibt dem Tontechniker/-ingenieur/Produzenten/den anderen Bandmitgliedern das vorproduzierte Material als auch den Guidetrack im Vorfeld
Im Studio: (wie auch oben erwähnt)
- habt Spaß
- jede,r macht das, was er,sie kann
- warten und Geduld gehört dazu – eine Pause kann erfrischen
- es kann sein, dass etwas geändert werden soll – wie wichtig ist dies?
- spielen statt diskutieren
- Kommunikation miteinander als auch mit dem,r Tontechniker,in kann Spaß machen, erklärt lieber 2 mal
Mischung und Mastering:
- macht Euch einen realistischen Eindruck davon, wie groß der zeitliche Aufwand ist, Eure Songs richtig abzumischen/zu mastern: ein Arbeitsprozess wird teilweise erst erarbeitet – jedes Musikstück / Band / Ensemble ist nun einmal anders
- seid mindestens ab und an dabei, wenn gemischt wird (mindestens 1 Vertreter Eurer Band); umso mehr von Euch dabei sind, desto länger wird es dauern – dafür sammelt Ihr aber mehr Erfahrungen
- achtet nicht nur auf das eigene Instrument – die anderen sind auch wichtig und bedürfen einer objektiven Meinung
- “Mastering” wird gerne unterschätzt: das Fine-Tuning; allerdings gibt es nicht feine Unterschiede, sondern große:
im Mastering wird der Klang ausgewogen, das Verhältnis der Instrumente zueinander angeglichen, die Songs aneinander als auch im Verhältnis zu den anderen Produktionen auf dem Markt angepasst; es ist zudem ein sehr gefühlsvoller Produktionsschritt
Aufnahme läuft …
